Sitzverlegung von Etziken nach Riedholz

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Naja, so eine Sitzverlegung ist nicht ganz so Einfach. Interne Diskussionen und Auseinandersetzungen dann noch das übliche Prozedere mit dem Papierkram, Vereinsabstimmung in einer Ausserordendlichen GV, Protokolle etc. und natürlich die Ab- und Anmeldung bei den Gemeinden. Zum Glück war dies auch bei der Gemeinde Riedholz auch das erste Mal dass ein Verein einen Sitz in die Gemeinde verlegt.

Anyway, nun sind wir nun ein Riedholzer Verein. Unsere Postfach bleibt bis Ende 2018 in Etziken.Was sonst noch für Vereine in Riedholz ansässig sind findest du hier > link

Warum Riedholz?

Ganz klar wegen unserem Vereinslokal im Attisholz-Areal, das ehemalige Portiershaus und natürlich wegen unseren Visionen von Kunst- und Kulturplattformen im und ums Areal. Unsere Ziele für’s Areal 2018/2019 wurden am Tag des Offenen Areals ende November der Bevölkerung von Riedholz nahegelegt. Siehe AZ-Medien vom 28.11.2017. Somit wird BTS zukünftig auf dem Areal verschiedene Plattformen für Kunst- und Kultur erschaffen und verwalten. Zu den inhaltlichen Kernelementen zählen wir die interdisziplinäre und generationenübergreiffende Arbeit der Kunstschaffenden mit teils künstlerischen Strategien aus der Urban Art. Diese Forschungsarbeit soll sich interdisziplinär entwicklen. Der kreative Prozess wird zukünftig in der Publikation „recording“ festgehalten.

Aber hey, ganz klar werden wir weiterhin Projekte ausserhalb dieses Areales in Zukunft verfolgen.

– Boulevard Dieser soll in Zukunft als halböffentlicher Raum für Kultur nutzbar und offen sein. Wir fördern ein inovatives, farbiges und trendiges Strassenleben.

– Kantine Wir bauen ein Lokal für Kunst- und Kultur. Im Moment ist dieser Raum ein warmer, trockener Ort für unsere vereinsinterne Freitagstreffs.  Öffnung: Frühjahr/Sommer 2018 mit Sommertheke im Boulevard.

Salon Der Salon neben der Kantine soll als Freiraum für kleinere Events öffentlich nutzbar werden Der Verein nutzt diesen Ort für Diskussionen, Kino, Vorträge und Erlebnisgastronomie. Dieser Raum wird anderen Vereinen als Kulturraum angeboten.

Werkstatt Wir wollen für Kunstschaffende eine Werkstatt errichten. Holz-, Metall-, Farbenlabor. Im Moment ist diese nur für Vereinsmitglieder nutzbar. Damit diese auch öfftenlich Nutzbar sein wird. Geplante Öffnung: Ende 2019

Galerie Wir richten an Ort einen Ausstellungs- und Galerieraum ein. Wir möchten hier zum einen den Kunstschaffenden an Ort eine Ausstellungsmöglichkeit bieten. Geplante Öffnung Ende August 2018

Damit unsere Vision auch in Erfüllung gehen wird braucht es noch viel Engagement von Vereinsmitgliedern, Gönner und Unterstützer sowie Kunst- und Kulturschaffende, welche an Ort in Zukunft arbeiten wollen. Hey, willst Du mithelfen? Zögere bitte nicht, schreib uns ein Email.

Hallo Kantine wie gehts?

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So beim Kantine-Besuch letzten Freitag, am BTS-Vereinsstammtisch sitzend, kam plötzlich die Kantine höchstpersönlich zu mir hin, setzte sich und schwieg mich an.

Hallo Kantine – Wie gehts so?

Schlecht – keine Leute, kalt keine Heizung, keine Brandschutzbewiiligung, ansonsten alles i.o. …(langer Aussetzer)…. ah…Eigentlich ok. Super, gar nicht so schlecht.

Hab gesehen du arbeitest ja.

Ja immer Freitags.

Komm schon Freitag ist Wochenende da muss doch was „gehen“?

Was hier geht – …(bisschen mager aufblühend).. schöne Räume, gutes Ambiente, schöne Zeichnungen, nette Leute. Leider noch ein bisschen im operativen Genesungszustand.

Operativ? Gensungszustand? Wie meinst du das?

Nachdem ich mich gehäutet habe sind 16m3 von der Wirbelsäule entfernt worden – sprich ich habe ein komplett neues Innenleben.

Ahhhh… die Liebe kommt von innen her?

Genau.

..

..

12 Minuten Schweigepause.

…ich dachte ich hätte schon völlig den ziegelroten Faden verloren,
Aber… – woran liegt’s denn..?

Geduld Geduuuld… (sprach Sie) … tiefer Seufzer. Die alte Attisholzsau – ist ein Ding… naja – Gut Ding braucht halt Eiecheln.

..?..

Ich halte inne – staune und geniesse nen verdammt feinen Café.

 

 

Kantine
Vereinslokal BTS
4533 Attiswood Blvd 1stEW
+41 switzerland

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Freitagsvereinstreff Kantine – ab 17h / Es erwartet Dich Quatsch und Tratsch / Im Winter Frühjahrs Pläne schmieden.

2018 wird ein Jahr der Murals. Dank Teupen LEO

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Gestern war Weihnachten.
Auf dem Attisholz-Areal steht nun Dank unserem Engagement und dem guten Angebot der UP AG sowie der Hammerunterstützung und der Weitsichtigkeit des Attisholz-Areal ein Heber. „Teupen LEO“.
Der Schulungstag zeigte uns dass das Teil auf diesem unwegsamen und verwinkelten Areal das Beste für unsere zukünftige Arbeit ist. Kompakt kann man damit in die Hallen fahren, sicherer Stand auf Schiefen Untergrund im Outdoor-Bereich. Einfach Genial. Und das Beste kommt noch: stolze 26m Arbeitshöhe.

Der Sommer 2018 – Murals auf dem Attisholz-Areal
Wir sind nun seit April 2017 mittels Vertrag und Vereinbarung auf dem Areal und dürfen Konzeptionell und Inhaltlich uns nun dem Thema Wandelbarkeit, Crossing & Transformation widmen. Somit werden die grossen Murals zukünftig im minimum 6 Monate stehen.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt mehr Flächen zu bekommen und werden diese zum einen Teil ab Frühjahr 2018 ausschreiben und zum anderen Teil im Zusammenhang mit zukünftigen Ausstellungen bespielen lassen. Wir hatten leider im 2017 nur eine grosse bespielbare Fläche. Nun, dank Verhandlungen und neuen Möglichkeiten der Arealentwickungen sowie Öffnungen können nun auch hier unsere grössten Wünsche erfüllt werden.

Kosten für ein Mural – immer ein Kraftakt für den Verein
Künstler bei Murals zu unterstützen ist sehr aufwändig und teuer. So ein Wandbild braucht enorm viel Konzeptaufwand sowie mehrere Tage Arbeitszeit und Material. Das heisst, Übernachtungen, Verpflegung, Begleitarbeit, Dokumentation und eben auch eine Möglichkeit überhaupt in dieser Höhe zu arbeiten. Die meisten Künstler haben weder einen IPAF Bedienerausweis noch eine Autoprüfung. Das heisst für uns Organisieren, Administrieren, Beistehen etc.etc.etc. Kurz, ein Mural kostet dem Verein mit allen Anstrengungen und je nach Goodwill der Künstler zwischen 5’000 – 10’000. Dank dem LEO können wir diese Kosten in Zukunft ein bisschen herunterschrauben.

Die bisher höchsten Murals im Attisholz-Areal
Tja, der Tagesanzeiger schrieb am 16.9.2017 dass das höchste Wandbild mit 24m in Zürich beim Schütz Areal steht, ausgeführt vom Künstler Redl (Zürich). Hmmm???… wie sieht’s denn im Attisholz-Areal aus?

DEER KONE, Tika (Zürich) – 33m Höhe


2 ENTEN AM RHEIN, FAFA (Sevilla / Basel) – 24m höhe


THE THINKER, Bustart (Basel) 2016 – 20m höhe


SCHWERTSÄGE, Sonic CCB (Radelfingen) 2016 – 17m höhe


SLAM, Nick Flatt (USA), Paul Punk (Berlin) 2017 – 8m höhe

Aber eben, auf die Höhe kommt’s glaub nicht an – oder?

Na, dann freuen wir uns auf ein fettes schönes Muraljahr 2018 mit regionalen, nationalen und internationalen Kunstschaffenden.
Danke UP AG, Danke Attisholz-Areal

Verein BTS.

P.S.: Für einen Kunstverein gibts doch einfach kein schöneres Weihnachtsgeschenk als eine Hebebühne.

Erschaffene Plattformen 2016

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Dem Verein Radiologisch wurde im Monat Oktober 2016 ein Gastrecht gewährt. Der Verein BTS ermöglichte Radiologisch ihren Sendemonat auf dem Areal durchzuführen und bot Space inkl. Strom- und Internetkosten.

Kunstschaffende konnten ihre Bücher im offenen Bücherschrank im Kettencafe hineinlegen. Ein Cafe als Treffpunkt rund um urbane Kunst und Kultur wurde geschaffen. Ein Ort für Künstlergespräche und Redekreise enstand. Hier wurde der Dialog für ein erweitertes und gegenseitiges Kunstverständnis zwischen urbaner Kunst und Kultur und der akademischen Kunst gefördert.

Der Onlineblog wurde von vielen Künstlern als Textplattform benutzt. Sie konnten ihre Erfahrungen und Erlebnisse festhalten und bei der Redaktion abgeben. Die Kettenredaktion konnte so innert 90 Tagen über 70 Blogeinträge publizieren.

Die Künstlerwerkstatt, das offene Atelier sowie offene Büroräumlichkeiten waren das Herz der Bespielung im Attisholz. Dank der Unterstützung von Metabo Schweiz und SFS Bosshard konnten die Kunstschaffenden hier werken und arbeiten.

Vorträge am Symposium:

Abstract Painting-Writing
Harald Hinz, Curator, Writer & Academic
Eine inoffizielle Kunst im öffentlichen Raum

Gespräch zu Identität
Stephan Ott, Autor, Chefredakteur form
Frank Nickerl, Künstler

Entwicklung Attisholz
Bernd Scholl, Raumplanung ETH Zürich
Leiter der Testplanung Areal Attisholz Infra

 

Unser erstes Vereinsjahr

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..und der 1. Jahresbericht des Präsidenten

Dieser Verein formierte sich aus einer Gruppe, welche Wildwuchsarbeiten in und um Solothurn dokumentierte. Ebenso kümmerte sich diese Gruppierung um die Arbeiten rund um die Hall of Fame der Kulturfabrik Kofmehl. Diese Hall, als offener Raum für Kunst, ist in der Region sehr wichtig, denn nach der Schliessung der HOF Gerlafingen, ist dies nun der letzte offene Raum seiner Art. Wir kamen zum Entschluss, dass es noch viel mehr Raum braucht und dass dieser vielschichtiger bespielt werden soll. FAB1 meinte, Festivals für urbane Kunst und Kultur sollen in der Region verankert werden und internationale sowie nationale Treffen würden der regionalen Kunstszene eine Chanche bieten. Für CAP10 stand die Jugendarbeit im Vordergrund und das Zusammenarbeiten mit Gemeinden für die Schaffung neuer Räume. Für mich stand die Erschaffung eines Bewusstseins für urbane Kunst und Kultur ganz generell im Vordergrund. Schlussendlich waren wir derselben Meinung, dass unsere Arbeit einen stärkeren Nährboden braucht. Also gründeten wir per Ende November 2015 den Verein BTS – Beneath the Surface (Unterhalb der Oberfläche).

Unser Kunstverständnis beruht darauf, dass es im öffentlichen und halböffentlichen Raum zu wenig Freiraum für Experimente gibt. Dieser Freiraum, offen genutzt für freies Bespielen, fördert den Spieltrieb im Allgemeinen und lässt Neues entstehen. Dies soll sich auf gar keinen Fall nur auf die Malerei beziehen. Wir versuchen bewusst auch Raum für Hacking, Performances, Installationen, Sport-, Life- und Streetstyle Aktivitäten zu erschaffen. Denn aus unserer Sicht schafft eine möglichst grosse Interdiziplinarität spannende Resultate und Vernetzungen. Urbanart soll als solches in ihrer Komplexität in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Plattformen erschaffen – hmmm… wie denn?
Unser Lösungansatz beginnt in der Abwicklung der Raumvergabe respektive der Raumfreigabe durch Behörden und Institutionen. Ein Ansatz war, als Verein zwischen diesen und den Kunstschaffenden zu stehen, damit der Raum durch einen Dritten sicher abgesteckt wird und temporär bespielt werden kann. Die Kunstschaffenden und auch andere Akteure sollen diese Umgebung möglichst frei bespielen können.
Durch unsere Aufgabe der Dokumentation, sehen wir unsere Arbeit auch als Forschungs- und Entwicklungsarbeit im OFF Space an.

Es gab fast ein blaues Auge
Nur durch imensen Arbeitsaufwand konnten wir im ersten Jahr viel erreichen. Aktionen für den Verein während dem Scorpio Act (Kulturfabrik Kofmehl) Anfang 2016. In der Stadt Solothurn, im Mai, im Rahmen von Platzda?! – „öffentlicher Raum für Alle“ oder im Bucheggberg, Ferienpass in den Sommerferien, in Form von Jugendarbeit. Dann noch das sehr ambitionierte Projekt „Kettenreaktion“ im Attisholz, welches wir mit viel Herzblut meistern konnten. Das Projekt „Kettenreaktion“ forderte vom Verein inkl. Helfern mehr als 500h Frohnarbeit; wir liefen am Limit. 160 Künstler, Gastkünstler aus 12 Ländern, regionale Kulturschaffende, ca. 1600 Besucher an 3 Symposiumstagen. Am Ende ein voller Erfolg. Unser Nutzungsrecht an Ort, welches wir mit der Attisholz Infra vereinbart hatten, lief Mitte November aus. Kompletter Rückbau war angesagt. Zum Glück gewährte uns Lothar Kind noch ein bisschen Gastrecht, damit wir die Kunstwerke zwischenlagern konnten, denn um irgendwo einen Zwischenraum zu suchen waren wir alle zu ausgebrannt.

Start ins 2017
Für uns als erste Priorität ist nun die Dokumentation, die Publikation zur Kettenreaktion und wenn möglich keine grossen Abbauaufwände, damit wir das Projekt endlich abschliessen können. Wie es dann danach weitergehen soll und wie der Verein sich nun auch von innen her entwickelt, sehen wir erst wenn das Jahr 2017, aus meiner Sicht ein Jahr der Konsolidierung, vorbei ist.

Ich danke allen Vereinsmitgliedern, Fördermitgliedern, Helfer und Unterstützer. Was wir hier zusammen auf die Beine gestellt haben ist für‘s erste Vereinsjahr einfach unglaublich – WOW!

Euer Präsident
S213

MOBILER KUNSTRAUM A.D.S.

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ZENTRALE KÜNSTLERISCHER FORSCHUNG
EIN  – LANGZEITPROJEKT MACHT STATION IM CAMPUS ATTISHOLZ

FORSCHEN NACH DEM VERBLEIB DER SINNE

Kapitalismus und Industrialisierung


Unser Denken ist auf Erfolg ausgerichtet, und der wird meist mit Geld gleichgesetzt. Der Neoliberalismus sagt, alles ist zu jeder Zeit verfügbar; das macht frei. Der Kapitalismus sagt: mehr von allem. Die Folge: Wer nicht arbeitet, konsumiert, getreu den Spielregeln des Konsums. Doch bereits der Volksmund sagt, Geld allein mache nicht glücklich. Für die Begründung hat Sigmund Freud eine schöne Erklärung: Geld macht nicht glücklich, weil Geld kein Wunsch von Kindern ist. Das könnte bedeuten: verlieren wir in schulischen und beruflichen Tätigkeiten den Kontakt zu den – unseren – Wünschen als Kind, fehlt uns ein Stück zum Glücklich sein. Weil sich Kinderwünsche auf Inhalte richten, auf Verzauberung. Das ist das Gegenteil zu einer – unserer – Welt, in der Entzauberung herrscht und so im Prinzip kinderfeindlich ist.
Das heisst aber auch: feindlich gegenüber der Kindlichkeit in uns Erwachsenen (Ludwig Hasler). In Endes Unendlichen Geschichte ist die Kindliche Kaiserin Herrscherin über das gefährdete Phantasien – das Land, in dem nichts undenkbar und alles möglich ist. Genau dies ist es, was Kunst und künstlerisches Handeln für die Sinne so wertvoll macht: dieses unbegrenzte Denken, in dem alles möglich ist, eröffnet Zugänge zu ungeahnten Lösungen und Wegen. Die Identifikation mit dem eigenen Tun ist hierbei der entscheidende Faktor. Ergebnisoffene Prozesse und selbstgesteuertes Handeln sind der Schlüssel.

Der Campus-Attisholz – eine Heterotopie
Heterotopie (hetero-anders / topos-Ort) ist ein von Michel Foucault in der frühen Phase seiner Philosophie kurzzeitig verwendeter Begriff. Die Bezeichnung gilt für Anders-Orte, die in die Gesellschaft hineingezeichnet sind, jedoch nach eigenen Regeln funktionieren. Diese Räume oder auch Orte reflektieren in besonderer Weise gesellschaftliche Verhältnisse, indem sie sie repräsentieren, negieren oder umkehren.
Sowohl der mobile Kunstraum – Zentrale künstlerischer Forschung – als auch der
Campus können als Heterotopie gelesen werden. Die Zentrale für künstlerische Forschung und mobiler Kunstraum geniessen Gastrecht mitten im Campus Attisholz. Welch aufgeladener Ort. Inspiration. Kunst. Aufgestellte Leute. Offenheit. Neugier. Ein Andersort, eine Gegenwelt inmitten einer von Konsum und Markt beherrschten Gesellschaft. Ejn Ort, der die Sinne beherrscht, sie herausfordert. Ein stummer Zeitzeuge in Form einer verlassenen Fabrik als Kulisse für künstlerisches Tun. Ästhetik – Aisthesis – als philosophische Disziplin. Ich befasse mich mit dem Verbleib der Sinne, getrennt von Verstand und aussortiert aus unserem Alltag. Ein Schattendasein fristend als Urlaubswesen, Feierabendlustbarkeiten. Welches sind die Auswirkungen, wenn durch die Historie getrennten Sinne und Verstand wieder vereint werden? Wie wirkt sich die Trennung auf unser Selbstverständnis aus? Wie gehen wir mit dieser Entfremdung um? Und vor allem: mit welchen Strategien kann dagegen angegangen werden? Was, wenn Kunst sich einmischt?

Diese Fragen sind Leitfäden meiner künstlerischen Forschung.
Ein Fitnessstudio für die Sinne – als Gegenpol zum körperlichen Fitnesstraining und Ausschluss der Sinne vom Verstand – möchte einen Diskurs in Gange setzen. Spontane erste Begegnungen mit offenen und aufgestellten Menschen auf dem Campus führten zu kurzen Statements zum Thema. „Ja, die Sinne werden aus dem Alltag verdrängt“. „Die Menschen sollen nicht kritisch denken, sie sollen konsumieren“. „Entkörperlichung, Entseelung – ja schiere Entmenschlichung sind Folge dieser erzwungenen Verdrängung“. Ich nehme den Faden aus Neugier und Interesse und gehe mit ihm spazieren. Ein Gewebe wird sich während der nächsten Wochen verdichten, Löcher und Fallmaschen sind eingerechnet. In einem Rechercheverfahren gehe ich den Strukturen von Sinnesbetätigungen nach. Die Ergebnisse dieser Spurensuche versuche ich offen zu legen. Diese wachsende Sammlung liegt der künstlerischen Transformation zugrunde. Erinnerungen an Momente ergebnisoffenen Tuns sowie deren Verknüpfungen mit Wünschen und Sehnsüchten verdichten sich im Sinne einer Gegenwelt mit der unverstellten und spontanen Bildsprache von Kindern.

Von flüchtigen Wesen und selbstleuchtenden Pilzen


In ihrer Schrift Rhizom rufen Guattari/Deleuze: „Schlagt nicht Wurzeln, bildet Rhizome“
Nun sind die Sinne aber flüchtige Wesen, Schwer fassbar. Irrlichtergleich. Nicht zu kontrollieren. Was sich nicht kontrollieren lässt, macht Angst. Da ist es mit dem Verstand eine ganz andere Sache. Da kann man ganz leicht durch Kontrolle menschliche Wesen zu Erfüllungsgehilfen der eigenen Sache machen. Die Sinne jedoch sind untrennbar vom Verstand, auch wenn das anders behauptet wird.
Der Mensch kommt als ganzheitliches Wesen zur Welt. Die Steuerung der Entwicklung zielt auf den Verstand, die Sinne dagegen fristen ein Schattendasein. Selbststeuerung und ergebnisoffene Prozesse, wie sie dem zweckfreien Spiel innewohnen, wirken belebend auf die Sinne. Ein Gefühl von Zufriedenheit und Ganz-Sein, Ausgeglichenheit sind Zeichen lebendiger Sinne. Mit welchen Strategien lässt sich der Verstand überlisten? Wie können die Sinne das Steuer übernehmen, als kurzzeitige Ergänzung und erholsame Auszeit vom verstandesdominierten Alltag.

Kunst mischt sich ein. Will Leitfaden sein für den aktiven Gebrauch der Sinne. Ein Fitnessstudio für die Sinne! Freier Zugang zu selbstorientiertem und ergebnisoffenen Handeln als Sinnestraining, zweckfrei und sinn-stiftend!

Ein altes, verlassenes Fabrikareal. Übergrosse Schatten dominieren, auf den Innenhof treffen nur selten Sonnenstrahlen. Die schiere Masse der grauen Betonriesen wird einschüchternd. Undurchdringlich schwarze Fensterscheiben scheinen ein Geheimnis zu hüten. Warten die Kolosse auf ihr Wiedererwachen?

Rund um den Innenhof hier und da ein zaghaftes Leuchten von Farben. Die Kunst mischt sich ein in diese Tristesse, bringt hie und da eine Ecke zum Leuchten. Ein Tanz der Irrlichter, lockend, auftauchend und gleich wieder verschwindend, hinter dunkeln Fensterscheiben winkend.
Das Fest hat begonnen!

Wer wir sind

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Der Verein Beneath The Surface unterstützt freie Kulturen mit deren Expressionen im öffentlichen Raum in und um Solothurn. Wir bauen und fördern Schnittstellen zwischen Öffentlichkeit und Auswüchsen dieser Kulturen.

Plattformen zu erstellen oder zu fördern sowie die Archivierung der Historie dieser Expressionen ermöglicht aus der Sicht von BTS ein generationsübergreifendes Kunstverständnis mit gegenseitiger Förderung der jeweiligen Ressourcen.

BTS ist nicht politisch agierend oder hat oppositionelle Aufgaben, somit weder links, rechts, mittig, oder gar oben anzutreffen; Deshalb nicht kriminell, gewalttätig und krankhaft besserwissend, weder fassbar noch unfassbar, geistig zurückgeblieben oder hochintellektuell. Deckt nichts auf was nicht schon einmal da war und will überhaupt Nichts aufmischen!

Wir organisieren Kunst- und Kulturfestivals mit Schwerpunkt Urbane Kunst und Kultur.

Wir verstehen unsere Arbeit auch als Schnittstelle zwischen Jugendarbeit und Kunstaktionen von Jugendlichen im öffentlichen Raum. BTS hilft hier Brücken zu bauen.

Alles klar?

Hey, du willst Informiert werden was so lauft?

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BTS unterstützt Kunstschaffende in dem Plattformen im öffentlichen Raum zur freien Bespielung erschaffen werden. Es ist uns ein Anliegen dass Kosten wie Reise-, Unterkunft- und Verpflegungsspesen sowie die Materialaufwände zur Ausführung der Werke für die Künstler möglichst kostenlos sind.

BTS verteilt und vermittelt keine Aufträge. Sämtliche Anfragen von Firmen und Privatpersonen werden via BTS auf deren Liste verwiesen.

Wir bieten dir durch deine Registrierung Infos über Aktionen, Ausschreibungen für Aktionen und Backgroundinfos. Du hast die Möglichkeit deine Aktionen oder Ausstellungen hier unter „aufgepickt“ posten zu lassen, sende uns eine Pressmappe deiner Aktion.

Durch unsere Ausschreibungen wirst du Informiert und kannst entscheiden ob du ein Projekt eingeben oder einfach mitmachen willst.

Wir brauchen ein kleines Dossier von einer A4 Seite damit wir dein Anliegen bearbeiten können.

Ebenso ist BTS offen für eine Beihilfe mit organisatorischen Leistungen für die Realisierung deines Projektes.

Die Daten der bei BTS angemeldeten Kunstschaffenden werden vertraulich behandelt und nicht herausgegeben. Anders ist es bei Anfragen von kommerziellen Aufträgen kunsthandwerklicher Natur an BTS, hier können wir dem Gesuchsteller weiterhelfen.

Aber: BTS nimmt keine kommerziellen Aufträge entgegen.

 

Archivprojekte

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Archivprojekt: Graffiti- / Streetart im Raum Solothurn und Umgebung

Streetart, Graffiti, Stylewriting ist eine jahrhundertalte „Tradition“ zur Vermittlung von Messages in jeglicher Form im öffentlichen Raum.

Eines dieser Projekte betrifft die Archivierung von Graffiti- und Streetartwerken in und um Solothurn. Unter graffiti-solothurn findest du die Kunsthistorie wie auch aktuelle Bilder von BTS Projekten und Hall of Fames. Ebenso dient graffiti-solothurn als kleine Plattform dieser Szene zur Schaffung, Erhaltung und Erweiterungen von Hall of Fames. Jährlicher Unterstützung von BTS  bei der Archivierung und Pflege der Güter.

Archivprojekt: KR16 recording 1.0

„Kettenreaktion 2016“ war ein interdisziplinäres dreimonatiges Kunst- und Urban Art-Festival, an dem circa 120 Kunstschaffende durch ihre Kunstproduktion die Geschichte des Ortes reflektierten und nachhaltig das Bewusstsein dieser heutigen Industriebrache in der öffentlichen Wahrnehmung positiv verändert haben.

Die Publikation wurde ermöglicht durch das Fundraising von BTS und Freiwilligenarbeit bei der Vernissage. Ebenso finanziert und verrichtet der Verein die Webplattform und unterstützte 2016 die Blogarbeit.

Kettenreaktion 2016

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Eine Gruppe von regionalen, nationalen und internationalen Künstler entdecken über 3 Monate den Raum und inszenieren diesen anhand ihren Stimmungen und Gefühlen.

Als Basis erhalten sie ein Atelier mit Cafe als Treffpunkt rund um Urbane Kunst und Kultur. Dort befindet sich neben dem Empfang auch eine Bibliothek sowie ein Ausstellungsraum. Ein Ort für Künstlergespräche und Redekreise. Hier wird der Dialog für ein erweitertes und gegenseitiges Kunstverständnis gefördert.

Der August steht im Zeichen der Erkundung und Entdeckung des Areales.

September bis Oktober wird im geschlossenen Kreis gearbeitet auch das Artist in Residence Programm beginnt. Der Arbeitsablauf ist zeitlich geregelt. Zutritt haben nur im Vorfeld Angemeldete Künstler. Anmeldungen werden nur jeweils am Freitag 16:00 – 18:00 und Samstag 13:00 – 16:00 an Ort angenommen.

Ab September findet jeden Dienstag Abend ein Redekreis statt, neben dem Vorstellen der neu angekommenen Künstler dreht es sich hier um Philosophie. Die Mäzene des Projektes erhalten als einzige Aussenstehende Zutritt zu diesem intimen Kreis. Die Mäzene werden jeden Freitag Abend auch zu kleineren Werkeröffnungen / Vernissagen eingeladen.

Falls ihr Fragen habt schreibt uns ein Email.

Warum Registrieren

Das Areal hat eine Grösse einer Altstadt, man kann sich definitiv darin verlaufen. Der Verein BTS muss von allen Künstlern eine unterschriebene Haftungsausschlusserklärung an Ort erhalten. Ebenso muss aus Gründen des Brandschutzes und Unfallrisikos jederzeit die Anzahl im Areal Arbeitenden Künstler bekannt sein. Damit BTS diese Verwaltung und Auflagen stemmen kann ist eine Registrierung Notwendig.

Anmeldung

Die Voraussetzung für eine Teilnahme an dem Projekt (Sowohl als Künstler/in als auch als Wissenschaftler/in), ist die Registrierung bei BTS. BTS ist ein gemeinnütziger Verein für Kunst- und Kulturprojekte im Öffentlichen Raum und hilft bei der Koordination und Verwaltung der Künstler bei diesem Projekt.

Die ist vollkommen schmerzfrei und hat keine Nebenwirkungen – ist für uns aber bezüglich Organisation und Administration notwendig, um die Logistik bewältigen zu können.

Artist in Residence

Die Laufzeit eines AiR ist durch die gesetzliche Arbeitserlaubnis für ausländische Künstler/innen der Schweiz auf 8 Tage (Arbeitstage) begrenzt.

Wir haben 8 Slots mit einem Tag Überschneidung (An/Abreise).

Termine

01. 27.08. – 02.09. / 02. 02.09. – 09.09. / 03. 09.09. – 16.09. / 04. 16.09. – 23.09. / 05. 23.09. – 30.09. / 06. 30.09. – 07.10. / 07. 07.10. – 14.10. / 08. 14.10. – 21.10.

Unterbringung

Die Unterbringung erfolgt im “Nordhaus” auf dem Areal. Es stehen 8 Zimmer mit je 2 Betten zur Verfügung. Wir sind noch dabei Kühlschränke für die Zimmer zu organisieren.

Die WCs sind auf dem Flur, es gibt 2 Gemeinschaftsduschen, einen Aufenthaltsraum, Waschmaschinen und eine Kantine.

Verpflegung

In der Kantine gibt es täglich um 12h eine warme Mahlzeit. Es werden täglich Früchte, Brot und Belag und ausreichend Mineralwasser gestellt.

Reisekosten

Wir übernehmen in Absprache die Reisekosten (Hin- und Rückfahrt) sofern sie den normalen Rahmen (2. Klasse / Economy) entsprechen.

Material

Das Künstlerische Konzept gibt das Material vor Ort vor. Einzig wichtiges persönliches Equipment wie Werkzeuge und Werkzeugkoffer, Computer, Kameras etc. sind vom Künstler selber mitzubringen.

Bio und Unterlagen

Jeder Künstler muss uns zur Anmeldung 1-3 Fotos mit einer Bio zusenden. Diese Elemente werden als Information über den Künstler nach Aussen getragen.

Bio: Ca. 800 – 1500 Zeichen als Text geschrieben. Entweder in Deutsch, Englisch oder Französisch.

Foto: mind. 12 Mio. Auflösung

Dauer

Das Projekt beginnt ab 1. August und dauert bis Ende Oktober 2016. Danach müssen die Werke zurückgebaut werden, da wir das Areal verlassen müssen, respektive die Nutzungsvereinbarung abläuft.