ZELLU-LOSE – Kardo Kosta

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KARDO KOSTA „ZELLU-LOSE“ Installations-Objekte-Grafiken

Vernissage Freitag 21. September 2018, 18:00, im Open-Space der Säulenhalle, Campus Attisholz

– Der Kunstschaffende Kardo Kosta und ich (Pierroz), haben uns in einigen Mails über seine kommende Ausstellung im Campus Attisholz unterhalten. Einige Ausschnitte dieser lebhaften Konversation machen wir hier einem an Kunst  interessierten Publikum zugänglich.

– El artista Kardo Kosta y yo (Pierroz), hablamos sobre su próxima exposición en Campus Attisholz en algunos correos electrónicos. Aquí hay algunos extractos de esta animada conversación que son accesibles para un público inclinado al arte.

Kardo nel bosco © Mike Wolff

Querido Pierroz

En este lugar („Open-Space“ Säulenhalle Campus Attisholz), muestro distintas técnicas, distintos materiales, distintos estados de animo, distintos objetos. Lo que hago es preservar una memoria que existió en una parte de Suiza, instalo un tiempo que muy pocos recuerdan. Conecto en el mismo espacio , la naturaleza y la civilización.

Im Open-Space der Säulenhalle zeige ich verschiedene Techniken, verschiedene Materialien, verschiedene Launen, verschiedene Objekte. Ich archiviere Erinnerungen, die zum Teil ihren Ursprung in der Schweiz haben und installiere auf diese Art eine Zeit, an die sich viele nicht mehr erinnern können – verbinde zeitgleich Natur mit Zivilisation.

Podemos decir que es un kaos poético; es una instalación, objetos y gráficos, y estos son varios trabajos hechos a partir de ketten reaktion.

Man kann sagen, dass es sich um ein poetisches Chaos handelt; es ist eine Installation, mit Objekten und Grafiken, es sind verschiedene Werke, die aus dem Projekt Kettenreaktion (KR16) stammen.

Los materiales utilizados son papel celulósico, piso de fábrica, colores; naturaleza y civilización.

Die verwendeten Materialien sind Zellulosepapier, Fabrikboden, Farben; Natur und Zivilisation.

Der Kosta

Lieber Kardo

„poetisches Chaos“ finde ich eine sehr treffende Umschreibung Deiner Kunstarbeiten. Darin spiegelt sich auch ein reicher Ausdruck des Menschlichen und Humanen.

„caos poético“ encuentro una descripción muy acertada de tus obras de arte. Esto también refleja una rica expresión de lo humano y lo humano.

Nun, die KR16 (Kettenreaktion) ist, für mich zumindest, bereits tiefste Vergangenheit. Bist du ein Romantiker, dass Du jetzt eine kleine Retrospektive machst, oder was ist Dein Anliegen?

Bueno, el KR16 (reacción en cadena) es, al menos para mí, el pasado más profundo. ¿Eres romántico, estás haciendo una pequeña retrospectiva ahora o cuál es tu problema?

a presto Pierroz

Querido Pierroz

No hago una retrospectiva, la experiencia de ketten reaction me acerco bastante a ciertas manifestaciones colectivas de Latinoamérica, y me permitió volver a una de mis pasiones, la instalación y la gráfica. Seguro que todo evoluciona y cambia y eso siempre me parece genial.

Ich mache keine Retrospektive; die Erfahrung Kettenreaktion (KR16) hat mich an kollektive Manifestationen von Lateinamerika erinnert, und weckte meine alten Leidenschaften zur Installation und Grafik. Aber klar; alles entwickelt und verändert sich, das ist doch genial.

En este tiempo que paso hice muchas obras nuevas pero que tienen mas ese toque urbano , pero……sin dejar de lado lo otro que yo trabajo que es el Land Art ….en mi caso instalaciones en la naturaleza.

In dieser Zeit habe ich viele neue Arbeiten gemacht, die haben aber mehr einen urbanen Touch, aber … ohne das andere zu vernachlässigen, denn sonst mache ich LandArt … in meinem Fall Installationen in der Natur.

Abrazos, Der Kosta

1el sapo y las princesas © Kardo Kosta

Lieber Kardo

Mit den beigelegten Bildern, hast Du es einmal mehr geschafft mich zu überraschen, da seh ich wieder Strukturen, Motive und Techniken, die ich so von Dir nicht erwartet habe. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Linolschnitte, aber, wenn ich näher rangehe, meine ich, es seien am Computer rein auf digitaler Basis entstandene Arbeiten?

Con las imágenes adjuntas, una vez más lograron sorprenderme, porque veo nuevamente estructuras, motivos y técnicas que no esperaba de usted. A primera vista, parecen linóleos, pero si los miro más de cerca, ¿me refiero a que hay trabajos generados por computadora sobre una base puramente digital?

bis bald mein Freund, Pierroz

Querido amigo Pierroz

Los trabajos que le envie se llaman dedografia, son hechos en ipad con el dedo pero tratando de que sean linoleos, el principio es el mismo, el ipad , es como mi pequeño atelier ambulante. Y no descarto ninguna posibilidad de creacion. Necesito la tecnologia para crear, y tambien el bosque, son dos espacios distintos, y a mi me gusta no estancarme, ser como el agua que se mueve, y busca diferentes caminos.

Die Arbeiten, die ich dir schicke, nennt man „fingerpaints“, sie werden auf dem iPad mit dem Finger gemacht, aber ich versuche sie zu Linolees zu machen. Das Prinzip ist dasselbe, das iPad, es ist wie ein kleines Reiseatelier für mich. Ich schließe keine Möglichkeit der Schaffens aus.
Ich brauche Technologien um arbeiten zu können, und auch den Wald, es sind zwei verschiedene Räume. Ich möchte nicht stagnieren, ich möchte sein wie das Wasser, das sich bewegt; und nach verschiedenen Wegen suchen.

hasta pronto querido amigo Pierroz, Der Kosta

Vertikale Horizonte © Kardo Kosta

Lieber Kardo

Vielen Dank für die neuen Bilder. Wow, diese Formate, diese, wie es den Eindruck macht, sich ins unendliche erweiternde Bildrolle, tolle Arbeiten! Haben diese Werke auch Namen? Bei diesen Arbeiten ist für mich auch das, was ich in meiner Vorstellung als von „Der Kosta“ stammende Kunst abgespeichert habe, wiedererkennbar. Spielen da nicht auch mythische, beinah religiöse Motive und Symbole mit rein? – so dass ich mich fragte; aus welchen Kulturkreisen kommt Kardo eigentlich, was hat ihn geprägt und welche dieser Prägungen setzt er als Akzente bewusst in seine Arbeiten ein?

Gracias por las nuevas pinturas. Wow, estos formatos, estos, ya que hace la impresión, en el pergamino de expansión infinita, gran trabajo! Estas obras tienen nombres? En este trabajo, lo que he almacenado en mi imaginación como arte „Der Kosta“ es reconocible para mí. No son puros los motivos y símbolos míticos, casi religiosos? – entonces me pregunté a mí mismo; De qué círculos culturales viene realmente Kardo, qué le ha influido y cuál de estas impresiones usa como acento, conscientemente en sus obras?

Ich grüsse Dich und die Deinen herzlichst, Pierroz

Querido hermano Pierroz

Estos trabajos, se llaman horizontes verticales , estan hechos en papel de arroz con tinta china , y tienen como diez metros , y son algunos de los que voy a colocar en attisholz.Tienen la caracteristicas que no propuse un tema con anterioidad, solo me concentre en sentir el agua la tinta china y el papel de arroz con un pincel japones y dejarme llevar un poco hacia donde la mancha queria ir, era como meditativo, y luego al ver el resultado me sorprendio, y me dejo muy calmo

Vertikale Horizonte 2 © Kardo Kosta

Diese Arbeiten, „vertikale Horizonte“ genannt, sind aus Reispapier mit Tinte. Die Bildrollen sind etwa zehn Meter lang. Einige von ihnen werde ich im Offspace der Säulenhalle zeigen. Diese Arbeiten machte ich ohne thematische Vorgaben. Ich konzentriere mich einfach auf mein Gespür für, das Wasser, die chinesische Tinte, das Reispapier den japanischen Pinsel, und liess mich dorthin mitnehmen, wohin der Fleck hin wollte. Es war wie Meditieren und das Ergebnis überraschte und beruhigte mich gleichermassen.

Son obras mas bien inconcientes, la simbologia esta en el aire como la musica el pincel es el instrumento. Y pasan a traves de mi por que a lo mejor son cosas que conozco de vidas anteriores. Yo estudie arquitectura en la Argentina, en la epoca de los militares, y luego me propuse que muchas cosas que ver en pantallas o en libros las debia vivir personalmente, y comence a viajar, y es lo mejor llegar a un lugar totalmente desconocido y empezar aprender de nuevo sin dejar la carga que uno lleva.

Es sind eher unbewusst entstandene Werke. Symbolik liegt in der Luft; mit Musik verglichen, ist hier der Pinsel das Instrument, und die Klangfarben gehen durch mich hindurch. Vielleicht sind es Dinge, die ich aus früheren Leben kenne. Ich studierte damals Architektur in Argentinien, als die Militärs an der Macht waren Ich fand, dass viele Dinge, die ich auf Bildschirmen oder in Büchern sah, realisiert werden sollten, und begann zu reisen. Am besten ist es, an einen völlig unbekannten Ort zu gehen und wieder von neuem zu lernen, ohne die Prägungen zu verleugnen, die man in sich trägt.

Me gusta la gente que observa llega a algo visual no por que lo conducen como hacen la galerias o los museos me gusta la gente de mente abierta que da su opinion sobre lo que dibujo, alli es cuando empieza a tener sentido lo que hago, el espectador inteligente termina la obra al pasarla por su cabeza.

Ich mag Leute, ich mag aufgeschlossene Leute, die ihre Meinung über das, was ich zeichne äussern. Dann beginnt es Sinn zu machen, der intelligente Zuschauer vervollständigt die Werke, indem er sie durch seine Denke schickt.

Te mando un gran abrazo y hasta pronto, Der Kosta

 

Die Vernissage der Ausstellung „ZELLU-LOSE“, ist am Freitag 21. September 2018, 18:00, im Open-Space der Säulenhalle, Campus Attisholz, Attisholzstrasse 10, CH-4533 Riedholz

Link: fb-Veranstaltung

Konzert ab 20.30 Goner (Kuzurura)
Afterbeats Chino Flatbeat

Öffnungszeiten jeweils Freitags 16.00 – 20.00, Samstag und Sonntags 14.00 – 18.00

Finissage Samstag 6. Oktober 2018,
18.00 – 21.00

Weiterführende Links: Website Kardo Kosta // Website Mike Wolff // Website Vitaltransformer/Pierroz // Website Kettenreaktion/KR16

An alle Raubritter und Wegelagerer: Für alle Inhalte dieser Website, ob Text, Bild, Video oder Audio, gelten Urheberschutzrechte. Die Text -und Bildautoren dieses Beitrags sind: Kardo Kosta, Mike Wolff, Pierroz und Vitaltransformer

Ein Zyklus beginnt von Neuem

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So lautet der Werktitel der Bieretikette von Emanuel Roth. Es ist die Illustration für eine Serie von 1000 Flaschen limitierten Öeufi-Biers, die im Campus Attisholz über den Tresen gehen werden.

Alle die ihren Durst mit diesem Campus-Spez löschen, besänftigen Schluck für Schluck nicht nur den unruhigen Geist des abgebildeten Knochenmanns, sondern unterstützen auch das vielseitige Engagement für Kreatives, das sich der Verein BTS aufs Etikett geschrieben hat.

Emanuel Roth zu seinem Bildwerk: „Ich wollte mit der Illustration einen Wendepunkt darstellen. Mit der Eröffnung der Galerie wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Es wird viel Neues entstehen, doch die Geschichte bleibt. Sie ist sogar Ausgangspunkt dafür, was die Zukunft bringen wird. Der alten Ruine werden frisches Leben und neue Melodien eingehaucht. Ein Zyklus beginnt von Neuem.“


Bierbrauer Moritz Künzle von Öeufi beschreibt das spezielle Draft: „Galaxy“ ist ein hopfiges Bier. „Galaxy“ ist der Name des verwendeten Hopfens und stammt aus Australien. Wird dieser Hopfen erst spät hinzugegeben, gibt er dem Bier eine einzigartige, angenehme Note.“

Emanuel Roth (*1987) lebt und arbeitet als Illustrator und Maler in Zürich. Neben breit gefächerten Auftragsarbeiten entstehen regelmässig freie Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken, die bereits in diversen Ausstellungen gezeigt wurden. Seit 2016 liegt der Fokus bei Roth mehr auf seiner freien Arbeit.

Campus Attisholz druckt eine kleine Serie (5Stk.) dieser Illustration von Emanuel Roth auf Cellulosepapier. Druckformat des Sujets: 320x250mm mit Prägestempel und Werktitel. Sie kosten 250.- und sind teil der in der Galerie Säulenhalle zum Kauf angebotenen Kunstprodukte.

Die Reihe der Campus Biere ist somit gestartet. Der Kunstschaffende der eine Etikette gemacht hat, nominiert seinen Nachfolger, also jenen, der das nächste Bier gestaltet. Auf diese Art ensteht eine autonome Plattform und Netzwerkerweiterung. Mit diesem Konzept schliesst sich der Verein BTS von einer Beeinflussung aus, die Spielart der Bildreihe kann sich frei entwickeln.

links: www.emanuelroth.ch // https://www.oeufi-bier.ch // aktuelle Veranstaltungen fb: „Unser 2. Streich – Vernissage recording 2.0 – 11.8.18 um 19:45“ // „Sandwich Between Walls, Vernissage: 24.8.18, 18:00

An alle Raubritter und Wegelagerer: Für alle Inhalte dieser Website, ob Text, Bild, Video oder Audio, gelten Urheberschutzrechte. Die Text -und Bildautoren dieses Beitrags sind: Oeufi-Bier und Vitaltransformer

Die Geschichte der Kantine

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Die Kantine, mit ihrem verwegenen Charme, war ursprünglich eine Portierloge. Die Büezer der Zellulose Fabrik Attisholz werden damals durch diese, auch heute noch sehr schönen, in Holz gefassten Flügeltüren hereingekommen sein, um dem Portier ihre Namen anzugeben, welche dieser dann mit frisch gespitztem Bleistift in seine Bücher eintrug.

Später werden Stempeluhren die Zeit hier vertickt und ungezählte Hände ihre Stundenkarte in die Uhren zum Abstempeln hinein Klack! -und wieder herausgezogen haben. Im Jahr 2008 nach mehr als hundert Jahren Produktion, hörten die Uhren zu ticken auf, das Industrieungeheuer legte seinen Bauch in Falten und verschied: Die Fabrik schloss ihre Tore, Stille und Staub legte sich über die Dinge.

KR16 Kettencafé 2016

2016 kam mit einer wilden Horde von Kunstschaffenden neues Leben in das stillgelegte Areal. Drei Monate lang trieben sie hier mit dem Projekt „Kettenreaktion 16“ ihr Unwesen. Es wären keine Künstler gewesen, wenn sie sich nicht einen Treff eingerichtet hätten, um bequem hinzuhocken, um miteinander das Geschaffene und Werdende zu besprechen; ein Bier zu trinken, ein warme Suppe zu löffeln, eine Kante Brot mit Käse oder einen Apfel zu essen.

Nach dieser Sturmflut der Künste wurde das damalige „Kettencafé“ zum Vereinslokal von BTS, der sich für Kunst im öffentlichen Raum stark macht. Er ist auch jetzt mit zeitgenössisch urbaner Kunst in der Kantine präsent und bietet diverse Werke zum Verkauf an. Die Initiative dieses Vereins und der kameradschaftliche Handschlag der neuen Eigentümer des Areals, ermöglichte den Wandel zu einer öffentlichen Schenke.

Kantine September 2017

Voilà, jetzt sind wir im Hier und Heute angelangt: Was es nun seit Sommer 2018 in der Kantine zu erleben, zu geniessen und zu feiern gilt, diese Geschichten schreiben Gastgeber Ueli Wüthrich mit seinem Team und natürlich vor allem Sie, als herzlich eingeladene und willkommen geheissene Gäste und Besucher*innen.

Eröffnung am 11. August // Link: Die Kantine auf Facebook

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